via Raetia

Wanderer auf der Via Raetia in der Nähe der romanischen Kirche San Siro

Die Via Raetia ist eine 75 km lange, kulturell und landschaftlich attraktive Wanderroute durch das grüne Camonica-Tal. Sie verläuft auf Wegen, die der Mensch schon seit jeher genutzt hat. Und sie führt zu den bedeutenden Felszeichnungen, welche die Geschichte, die Wurzeln und die Kultur dieses historisch bedeutenden Gebiets ganz besonders geprägt haben.

Itinerario: 
Die Natur

Eine Wanderung durch die Valle Camonica bedeutet in erster Linie ein völliges Eintauchen in eine unberührte Natur, die hier besonders ausgedehnt ist – von den Hängen des Nationalparks Stilfserjoch, einem der ältesten Naturparks Italiens, bis ins Herz der Rätischen Alpen, wo sich der Adamello-Park mit einem seiner berühmtesten Wanderwege, dem Sentiero 1, ausdehnt. Doch damit nicht genug: zahlreiche weitere Parks und viele Wälder machen rund 60 % des Tals zu einem grünen, geschützten Gebiet.

Die Felszeichnungen

Unverkennbares Markenzeichen der Valle Camonica sind ihre Felszeichnungen. Die in Stein geritzten Graffitis geben Zeugnis über die kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten der hiesigen Urbevölkerung. Rund um Capo di Ponte wurden die wichtigsten Funde gemacht; hier befinden sich der Naquane-Park, die Steinmassive Massi di Cemmo und der beeindruckende archäologische Lehrpfad Seradina Bedolina. Ebenso sind die Parks von Sellero und Sonico, die Felsblöcke Corni Freschi in Darfo Boario Terme und das Naturreservat von Ceto, Cimbergo und Paspardo von Bedeutung. Aufgrund ihres historischen und künstlerischen Wertes wurden die Felsgravuren 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Romanik

Wer auf der Via Raetia wandert, trifft auf zahlreiche Zeugnisse romanischer Kunst und Architektur. Das in dieser Hinsicht berühmteste Bauwerke ist die Kirche Pieve di San Siro: dieses strenge, eindrucksvolle Gotteshaus zu übersehen, ist nicht möglich! Von seinem hohen, unantastbaren Felsen aus dominiert es das gesamte mittlere Camonica-Tal. Am Berghang direkt gegenüber der Kirche erhebt sich das Kloster San Salvatore – ein weiteres wertvolles Beispiel romanischer Architektur. Und zu guter Letzt: wunderschöne, besterhaltene Burgen aus dem Mittelalter stehen in den pittoresk gelegenen Orten Breno, Cimbergo und Darfo Boario Terme.

Die Volksfrömmigkeit

Im Camonica-Tal gibt es zahlreiche Kirchen, Gotteshäuser, Klöster und Konvente. Ein ganz besonderes Symbol für die Gläubigkeit der Talbevölkerung ist jedoch der Kreuzweg, die Via Crucis in Cerveno, ein Meisterwerk der Holzkunst von Beniamino Simoni. Links und rechts des Treppenwegs liegen die einzelnen Kapellen, in denen 198 Figuren den Leidensweg Christi abbilden.

Die Küche

Die Gastronomie der Valle Camonica zeichnet sich durch Einfachheit, Ursprünglichkeit und durch eine weit zurückreichende Tradition aus. Jede Jahreszeit und jedes Anbaugebiet des Tals schenken dem jeweiligen Produkt seine ganz besondere Qualität. Auf diese Weise wird die lokale Küche mit unzähligen Aromen angereichert.

AnhangGröße
viaraetia_de_3.pdf626.74 KB